Aktuelles

18.-21. Juni 2026, jeweils 21 Uhr

30 Jahre Sommerkino am Jodok-Fink-Platz

Cineastischer Genuss vor wunderschöner Kulisse – das Sommerkino Josefstadt feiert heuer sein 30jähriges Jubiläum mit einem großartigen Programm!

In Zusammenarbeit mit Volxkino.

Filmstart ist jeweils um 21 Uhr, Eintritt frei

Wir bedanken uns bei der Kulturabteilung der Stadt Wien, bei der Basis-Kultur und bei der Kulturkommission der Bezirksvertretung Josefststadt für die finanzielle Unterstützung

18.06.   EIN NOBODY GEGEN PUTIN

Mr. Nobody Against Putin | David Borenstein, Pavel Talankin | DK 2025 | 90 Min. | OmU | ab 14

Pawel Talankin ist Lehrer einer Schule in der Kupferminenstadt Karabasch im Ural, die von der Unesco einst als „giftigster Ort der Welt“ bezeichnet wurde, was sie jahrelang zum makabren Anziehungspunkt für Touristen machte. Das berichtet Talankin selbst in dem Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“ und legt damit direkt den bitter-ironischen Tonfall des Werks fest. Talankin ist nicht nur begeisterter Pädagoge, sondern auch Amateurfilmer, der gern die Aktivitäten an der Schule aufzeichnet. Nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 wird er deshalb verpflichtet, die Durchsetzung der neu verordneten Propaganda im Lehrplan aufzuzeichnen. Zunehmend entsetzt zeichnet der Lehrer auf, wie seine Kollegen teils blind die Verzerrungen der Geschichte und die Verharmlosung des Kriegs befördern, teils resignativ die Befehle ausführen. Kurz vor der Kündigung wendet sich jedoch ein ausländischer Regisseur an ihn, der Talankin bittet, die Aufnahmen nutzen zu können. Mit neuer Motivation führt der Lehrer die gefährliche Arbeit fort.

19.06.    DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE

Kirill Serebrennikov, FR/MX/DE/GB/ES 2025, 135 Min., OmU, ab 12

Mit: August Diehl, Dana Herfurth, Burghart Klaußner, David Ruland, Max Bretschneider, u.a.

Der Nazi-Massenmörder Josef Mengele wurde nie gefasst. Der »Todesengel von Auschwitz«, der an der Rampe entschied, wer gleich ins Gas kam und wer durch Arbeit vernichtet werden sollte, und der im Dienst der Nazi-Rassentheorie und Eugenik unsagbar grausame Experimente durchführte, floh, wie viele Nazis, nach Argentinien. Dort gewährte das Regime Perón, das mit dem Faschismus durchaus sympathisierte, den über die »Rattenlinien« Geflohenen Unterschlupf.

Der russische Regisseur Kirill Serebren­nikov, bekennender Putin- und Ukraine­kriegsgegner, der nach langem Hausarrest in Moskau in Berlin lebt, hat den 2017 erschienenen gleichnamigen Tatsachenroman des französischen Autors Olivier Guez adaptiert. Der Film setzt ein mit dem Sturz von Perón 1955, als es für Mengele nicht mehr sicher war in Argentinien. August Diehl spielt diesen Mengele, der sich mit seinem markanten Oberlippenbart immer wieder umdreht und die Straßenseite wechselt, mit kalter Präzision als Getriebenen und Fanatiker, der sich auf Geldzuwendungen aus der Bundesrepublik und auf ein Netzwerk aus untergetauchten Nazis in Südamerika stützt. Die Hochzeit mit seiner zweiten Frau (Friederike Becht) 1958 in Uruguay taucht tief ein in die Männerbünde und Rituale der Hakenkreuzler. In den 60ern lebt Mengele bei einer ungarischen Familie in Brasilien auf einer Farm, in die er sich eingekauft hat.

20.06.    NOUVELLE VAGUE

Richard Linklater, FR 2025, 105 Min., OmU, ab 12

Mit: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson, u.a.

Richard Linklaters mitreißende Hommage an ein ikonisches Werk der Filmgeschichte war ein Publikums- und Kritikerliebling der Internationalen Filmfestspiele in Cannes 2025.

AUSSER ATEM gehört zweifellos zu den großen Filmklassikern. Doch was ist die Geschichte dahinter? NOUVELLE VAGUE wirft einen Blick auf die Dreharbeiten von Jean-Luc Godards bahnbrechendem Krimidrama – mit viel Liebe zum Detail, zahlreichen Verweisen und Humor.

In der Hauptrolle glänzt Guillaume Marbeck als Regisseur, der so ziemlich mit allen Regeln des Filmbusiness bricht. Besonders amüsant sind die Scharmützel mit seiner US-Hauptdarstellerin Jean Seeberg (Zoey Deutch), die seinen unorthodoxen Methoden wenig abgewinnt. Großartig an ihrer Seite Aubry Dullin als Jean-Paul-Belmondo, für den NOUVELLE VAGUE den internationalen Durchbruch brachte.

Der Clou an der Sache: der Kult-Regisseur und große Cineast Richard Linklater („Boyhood“, „Before Sunrise“, „Dazed and Confused“) hat seinen Film im Stil seines Vorbilds gedreht, in Schwarz-Weiß, im Format 1:1,37, mit viel Humor und dem unwiderstehlichen Esprit der frühen Sixties.

21.06.    AUSSER ATEM

À bout de souffle |Jean-Luc Godard, FR 1960, 90 Min., OmU, ab 16

Mit: Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Henri-Jacques Huet, Jean-Pierre Melville, Liliane David, u.a.

Der Kleinkriminelle Michel (Jean-Paul Belmondo) ist mit einem gestohlenen Wagen unterwegs nach Paris. Als er bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten erschießt, flüchtet er und findet Unterschlupf bei der amerikanischen Studentin Patricia (Jean Seberg), die ihm schließlich zum Verhängnis wird.

Jean-Luc Godard – der gleichsam eigenwillige wie bedeutende französische Regisseur, der zu den Gründervätern der Nouvelle Vague zählt, ist 2022 im Alter von 91 Jahren gestorben. Er revolutionierte das Kino seit den 60ern, Godards Debütfilm AUSSER ATEM war Anstoß für die Entstehung von New-Wave-Bewegungen überall auf der Welt, von Brasilien über Tschechien bis Japan, und später Inspiration für Regisseure wie Scorsese, De Palma und Tarantino.

»Godards längst zum Klassiker gewordener Erstlingsfilm ist eine Huldigung an Humphrey Bogart und die „B-Filme“ Hollywoods. (…) Der Film wimmelt von inszenatorischen Regelverstößen, die man damals der Unerfahrenheit des Anfängers zuschrieb und erst später als raffinierte Absicht erkannte, einerseits den Artefaktcharakter des Films hervorzuheben, andererseits das amerikanische Ideal der „unsichtbaren“ Regie zu torpedieren.«



Weitere Termine 2026

Theater im Hamerlingpark: 9. September, 17:30 Uhr

Atelierrundgänge: 2.-4. Oktober 2026


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